Allgäu für Genießer

Mit einer bemerkenswerten Initiative soll das Allgäu als Genuss-Region bekannt gemacht werden. Als Startschuss wurde erstmals ein entsprechender Preis vergeben: der „Meckatzer Löwe“

Die Preisträger: Alexander Eisenmann-Mittenzwei und Evelyn Sontheim / Hofgut Ratzenberg, Theresia Schwarz , Alois Ried / Allgäuer Alpgenuss e.V., Ruth Rebstock und Jörg Haug / Allgäuer Keramik (c.) Meckatzer Löwenbräu

Die Familienbrauerei Meckatzer Löwenbräu hatte im Sommer die Allgäuerinnen und Allgäuer aufgerufen, ihre persönlichen GenussMacher einzureichen. Eine Expertenjury wählte aus über 150 Einwendungen neun Kandidaten aus. Nun wurden der Preis, der Meckatzer Löwe, in drei Kategorien, „Produkt“, „Persönlichkeit“ und „Initiative“ vergeben. Bei der Preisverleihung waren rund 60 Gäste dabei, darunter: auch die Kabarettistin Luise Kinseher sowie der Koch, Landwirt und Buchautor Franz Keller („Vom Einfachen das Beste“).

Die Jury (v. li.): Astrid Löwenberg / IHK München, Fachbereichsleitung Sommellerie, Hendrik Haase / Foodblogger „Wurstsack“, Michael Weiß (Geschäftsführender Gesellschafter Meckatzer Löwenbräu, Prof. Dr. Volkmar Nüssler, Ulrich Hagemeier / Redaktionsleiter Allgäuer Zeitung, und Matthias Hahn / Executive Chef Alain Ducasse

Gastgeber Michael Weiß, Inhaber der Meckatzer Löwenbräu, betonte, wie sehr er sich über diese Initiative und das damit entstehende Netzwerk im Allgäu, der Heimat des guten Geschmacks, freue: „Seit Generationen setzt sich die Brauerei für Qualität in allem Tun und eine Genusskultur ein. Jetzt nimmt diese Philosophie allgäuweit Formen an und trägt zum Wohle aller Allgäuerinnen und Allgäuer bei.“ Er kündigte an, dass die Initiative im nächsten Jahr eine Fortsetzung findet. Und die drei Allgäuer GenussMacher, die mit dem Meckatzer Löwen geehrt wurden, zusätzlich jeweils 5.000 Euro erhalten. Nicht, um damit in den Urlaub zu fahren, sondern um nachhaltigen Genuss im ursprünglichen Sinn zu fördern. Ob die Preisträger den Betrag für ein eigenes Projekt verwenden oder jemandem aus ihrem Netzwerk zukommen lassen, darüber entscheidet die Jury, die sich über jeweils drei Vorschläge dazu freut. Er bedankte sich bei der Expertenjury und besonders bei Otto Geisel. Der ehemalige Spitzengastronom und Initiator des Eckart Witzigmann-Preises, kurz ECKART, verhalf der Idee der Allgäuer GenussMacher mit Konzeption, Realisierung und seinem Netzwerk zu einer erfolgreichen Umsetzung.

Autor Jossi Loibl durfte „Mama Bavaria“ Luise Kinseher einschenken (c) Michael Tinnefeld

Die Preisverleihung wurde umrahmt von spannenden Vorträgen und einem Allgäuer GenussMacher-Markt, der zur Verkostung zahlreicher Schmankerl einlud – zubereitet mit den Produkten der neun Nominierten und um feine Spezialitäten ergänzt, die Thomas Thielemann, viele Jahre Küchenchef im Herrmannsdorfer Schweinbräu, souverän aus der Küche schickte.

Die Allgäuer GenussMacher 2019 auf einen Blick.

Kategorie „Produkt“
Gewinner: Allgäuer Keramik (Altstädten)
Höchste Handwerklichkeit mit traditionellen Formen und Dekoren machen die Keramikstücke der über die Region hinaus bekannten Keramikmanu­faktur einmalig – und bringen ein Stück echtes Allgäu in jedes Haus. www.allgaeuer-keramik.de

Ruth Rebstock und Jörg Haug / Allgäuer Keramik
  • Alpenimkerei Jörg (Kranzegg): Mit seinem Allgäuer Alpenhonig trägt die Alpenimkerei zur Erhaltung und Förderung der Allgäuer Kulturlandschaft bei und erhält dabei die so zentrale Funktion von Bienen für die Natur aufrecht. www.alpenimkerei.de
  • Bergfischzucht Gunzesried: Die erste Bergfischzucht im Allgäu für See- und Elsäßer Saiblinge schafft ein ganz besonderes Produkt, das durch die Reinheit des Allgäuer Wassers seinen einzigartigen Geschmack entfalten kann. www.bergfischzucht.de

Kategorie „Persönlichkeit“
Gewinner:Hofgut Ratzenberg (Lindenberg)
Dr. Alexander Eisenmann-Mittenzwei hat ein ganzheitliches Konzept geschaffen, das die Wertschöpfungskette nachvollziehbar macht –  von der Herkunft des Futters für die Tiere über deren Haltung, Schlachtung, Veredelung hin zur Ladentheke und Nutzung der eigenen Gastronomie. www.hofgut-ratzenberg.de

Alexander Eisenmann-Mittenzwei und Evelyn Sontheim / Hofgut Ratzenberg
  • Biokäserei Zurwies (Wangen): Luise und Anton Holzinger leben nach dem Prinzip Qualität statt Quantität und garantieren durch ihr verantwortungsvolles Handeln sowohl Mit­ar­beitern als auch Landwirten eine gute Zukunft. www.zurwies.com
  • jamei laibspeis (Kempten): Die Käse-Affineure Thomas Breckle und Martin Rößle bringen mit ihrer traditionellen Handwerkskunst das Allgäu in seiner schönsten und geschmackvollsten Form bis nach Hamburg. www.jamei-laibspeis.de

Kategorie „Initiative“
Gewinner:Allgäuer Alpgenuss e.V. (Sitz in Ofterschwang). Der Verein und seine Mitglieder nutzen heimische Produkte und verbinden dies mit dem Erhalt der Allgäuer Kulturlandschaft. Damit werden die Älplerinnen und Älpler zu Botschaftern ihrer Heimat. www.alpgenuss.de

Alois ried und Theresia Schwarz / Allgäuer Alpgenuss e.V.

  • artemisia, der Allgäuer Kräutergarten (Stiefenhofen): Der ökologisch arbeitende Hof mit Gärtnerei, Hofladen und Gaststube erhält Traditionen und Wissen durch die Förderung der Allgäuer (Heil-)Kräuter-Kultur mit dem Ziel, nachfolgenden Generationen fruchtbares Land zu hinterlassen. www.artemisia.de
  • Gestüt Schochenhof (Ottobeuren): Der ökologisch arbeitende Hof fördert die bedrohte Nutztierrasse Original Allgäuer Braunvieh, betreibt eine naturschutzorientierte Landwirtschaft und achtet bei allem Tun auf eine regionale Wertschöpfung. www.schochenhof.info